Grauer Star: Ursachen, Symptome und moderne Behandlung

Der Graue Star, medizinisch Katarakt genannt, ist eine der häufigsten Augenerkrankungen weltweit. Mit zunehmendem Alter trübt sich die natürliche Augenlinse ein und das Sehvermögen verschlechtert sich schleichend. Die gute Nachricht: Mit einer modernen Kataraktoperation lässt sich das Sehvermögen in den meisten Fällen vollständig wiederherstellen.

Was ist der Graue Star (Katarakt)?

Beim Grauen Star handelt es sich um eine Eintrübung der ursprünglich klaren Augenlinse. Die Linse befindet sich hinter der Pupille und ist normalerweise durchsichtig wie Glas. Sie bündelt das einfallende Licht und projiziert ein scharfes Bild auf die Netzhaut. Wenn sich die Linse eintrübt, wird das Licht gestreut und das Sehen wird zunehmend unscharf, ähnlich wie beim Blick durch eine beschlagene Fensterscheibe

Der Name „Grauer Star“ stammt von der gräulichen Verfärbung der Linse, die bei fortgeschrittener Erkrankung sichtbar werden kann. Die Erkrankung entwickelt sich meist langsam über Jahre hinweg und betrifft häufig beide Augen, wenn auch oft unterschiedlich stark.

Oft werden die Begriffe „Grauer Star“ und „Grüner Star“ (Glaukom) verwechselt. Während beim Grauen Star die Linse eintrübt, betrifft das Glaukom den Sehnerv und den Augeninnendruck. Mehr zum Grünen Star siehe hier

Grauer Star Symptome: Woran erkennt man einen Katarakt?

Die Symptome des Grauen Stars entwickeln sich meist schleichend, sodass Betroffene die Veränderungen anfangs kaum wahrnehmen. Mit der Zeit werden die Beschwerden jedoch deutlicher.

Typische Symptome beim Grauen Star:

Grauer Star Ursachen: Wie entsteht ein Katarakt?

Die mit Abstand häufigste Ursache für den Grauen Star ist der natürliche Alterungsprozess. Mit zunehmendem Alter verändern sich die Eiweiße in der Augenlinse was zur Eintrübung führt. Dieser altersbedingte Katarakt (Cataracta senilis) betrifft fast jeden Menschen ab einem gewissen Alter.

Risikofaktoren für die Entstehung eines Grauen Stars:

Diagnose: So wird der Graue Star festgestellt

Die Diagnose eines Grauen Stars erfolgt durch eine gründliche augenärztliche Untersuchung. Mit einer Spaltlampe kann der Augenarzt die Linse vergrößert betrachten und Art sowie Ausmaß der Trübung beurteilen.

Untersuchungen bei Verdacht auf Grauen Star:

01
Sehtest:
Bestimmung der aktuellen Sehschärfe
02
Spaltlampenuntersuchung:
Detaillierte Beurteilung der Linse und anderer Augenstrukturen
03
Augendruckmessung:
Zum Ausschluss eines Glaukoms
04
Netzhautuntersuchung:
Beurteilung der Netzhaut nach Erweiterung der Pupille
05
Biometrie:
Vermessung des Auges zur Berechnung der passenden Kunstlinse

Grauer Star: Behandlungen

Die einzige wirksame Behandlung des Grauen Stars ist die operative Entfernung der getrübten Linse und der Ersatz durch eine künstliche Intraokularlinse (IOL). Es gibt keine Medikamente oder Augentropfen, die einen Katarakt heilen oder sein Fortschreiten aufhalten können.

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Der Nachstar (Cataracta secundaria)

Bei etwa 20–30 Prozent der operierten Patienten kann sich Monate bis Jahre nach der Operation ein sogenannter Nachstar entwickeln. Dabei trübt nicht die Kunstlinse ein, sondern die Rückseite der Kapsel, in der die Linse sitzt.Der Nachstar lässt sich einfach und schmerzfrei mit einem kurzen Lasereingriff (YAG-Kapsulotomie) behandeln. Dieser ambulante Eingriff dauert nur wenige Minuten und das Sehvermögen verbessert sich meist sofort.

Vorsorge: Kann man dem Grauen Star vorbeugen?

Da der altersbedingte Graue Star ein natürlicher Prozess ist, lässt er sich nicht vollständig verhindern. Jedoch können einige Maßnahmen das Risiko verringern oder das Fortschreiten verlangsamen:

UV-Schutz: Hochwertige Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen
Nicht rauchen – Rauchen erhöht das Kataraktrisiko erheblich
Antioxidantienreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse
Blutzucker kontrollieren – bei Diabetes auf gute Einstellung achten
Regelmäßige Augenuntersuchungen (ab 40 Jahren alle 2–3 Jahre, ab 50 jährlich)