Das Glaukom, umgangssprachlich als Grüner Star bezeichnet, ist eine der häufigsten Ursachen für Sehverlust. Mit rechtzeitiger Diagnose und moderner Behandlung lässt sich das Fortschreiten jedoch effektiv verlangsamen.
Das Glaukom ist eine Augenerkrankung, bei der der Sehnerv (bzw. der Sehnervenkopf) zunehmend geschädigt wird. Der Sehnervenkopf bündelt alle Nervenfasern der Netzhaut, um das Signal weiter an das Gehirn zu leiten. In den meisten Fällen entsteht diese Schädigung durch einen erhöhten Augendruck, der auf den empfindlichen Sehnerv drückt. Unbehandelt kann das Glaukom im fortgeschrittenen Stadium zur Erblindung führen. Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend über Jahre, weshalb regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen so wichtig sind.
Oft werden die Begriffe "Grüner Star" und "Grauen Star" (Katarakt) verwechselt. Während beim Grauen Star die Linse eintrübt, betrifft das Glaukom den Sehnerv und den Augeninnendruck. Mehr zum grauen Star siehe hier.
Der Name „Grauer Star“ stammt von der gräulichen Verfärbung der Linse, die bei fortgeschrittener Erkrankung sichtbar werden kann. Die Erkrankung entwickelt sich meist langsam über Jahre hinweg und betrifft häufig beide Augen, wenn auch oft unterschiedlich stark.
Oft werden die Begriffe „Grauer Star“ und „Grüner Star“ (Glaukom) verwechselt. Während beim Grauen Star die Linse eintrübt, betrifft das Glaukom den Sehnerv und den Augeninnendruck. Mehr zum Grünen Star siehe hier
Die Glaukom-Symptome entwickeln sich häufig so langsam, dass Betroffene sie erst spät bemerken. Im Frühstadium verursacht das Glaukom meist keine spürbaren Beschwerden, was die Erkrankung besonders tückisch macht.
In seltenen Fällen kann es zu einem akuten Glaukomanfall kommen und muss rasch ärztlich behandelt werden. Dabei steigt der Augeninnendruck massiv an und kann zu einer Schädigung am empfindlichen Sehnerven führen. Typische Symptome sind:
Ein akuter Glaukomanfall ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige Behandlung!
Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung eines Glaukoms. Jedoch ist in den meisten Fällen ein zu hoher Augeninnendruck verantwortlich. Dieser kann zu einer Schädigung des Sehnervenkopf führen, die dann mit einer Einschränkung des Gesichtsfeldes einhergeht. Der Augeninnendruck hängt mit der Produktion und Abfluss des Kammerwassers zusammen, welches stetig vom Auge produziert wird. Ein gewisser Augendruck ist notwendig, um die Stabilität des Auges aufrechtzuerhalten. Eine Aufgabe des Kammerwassers ist, verschiedene Strukturen des Auges mit Nährstoffen zu versorgen. Das Kammerwasser fließt im Kammerwinkel ab. Wenn das Verhältnis zwischen Produktion und Abfluss des Kammerwassers nicht mehr stimmt, dann kann dies zu einer Erhöhung des Augeninnendruckes führen.
Der Augeninnendruck wird in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gemessen - so wie der Blutdruck. Der Augeninnendruck kann mittels eines Luftstoßes durch ein Gerät (Non Contact Tonometrie) oder an der Spaltlampe direkt durch den Augenarzt gemessen werden. Dabei wird das Auge zuvor mit einem fluoreszierenden und betäubenden Augentropfen eingetropft und der Augendruck wird vom untersuchenden Arzt gemessen. Ein normaler Augendruck liegt in der Regel zwischen 10 und 21 mmHg. Werte darüber gelten als erhöht und können ein Risiko für die Entwicklung eines Glaukoms darstellen. Jedoch dienen diese Werte als Orientierung. Es kann auch ein Glaukom bei normalem Augendruck entstehen (Normdruckglaukom). Nur den Augendruck zu messen reicht nicht aus, um eine Glaukom Diagnose stellen zu können. Eine umfassende Untersuchung des Sehnervs und des Gesichtsfeldes ist daher unverzichtbar. Ein erhöhter Augeninnendruck verursacht oft keine spürbaren Symptome, was diese Erkrankung so heimtückisch macht und regelmäßige Messungen wichtig sind.
Die Glaukom-Vorsorge umfasst mehrere Untersuchungen, die schmerzfrei durchgeführt werden:
Das Glaukom ist in dem Sinne nicht heilbar, dass bereits geschädigte Nervenfasern nicht regenerieren. Mit konsequenter Behandlung lässt sich das Fortschreiten jedoch effektiv aufhalten, sodass die meisten Patienten ihr Sehvermögen ein Leben lang bewahren können.
In den meisten Fällen beginnt die Behandlung mit Augentropfen, die den Augendruck senken. Diese Medikamente wirken entweder durch Verringerung der Kammerwasserproduktion oder durch Verbesserung des Abflusses.
Bei unzureichender Wirkung der Medikamente oder als Ersttherapie kann eine Laserbehandlung erfolgen. Diese verbessert den Abfluss des Kammerwassers und kann den Augendruck nachhaltig senken.
Wenn Medikamente und Laser nicht ausreichen, kann eine Glaukom-Operation notwendig werden. Dabei werden neue Abflusswege für das Kammerwasser geschaffen. Es gibt mehrere operative Verfrahren. Moderne Operationsverfahren, wie zum Beispiel die minimal invasive Glaukom Chirurgie (MIGS), sind schonende Verfahren mit kürzerer Heilungszeit. Auch kann in manchen Fällen die graue Star Operation (also ein Linsentausch) auch ein möglicher erster Schritt sein.
Bei frühzeitiger Erkennung und konsequenter Behandlung behalten die meisten Patienten ihr Sehvermögen ein Leben lang. Nur wenn ein Glaukom über Jahre unbehandelt bleibt, besteht ein hohes Risiko für schwere Sehbeeinträchtigungen bis hin zur Erblindung. Entscheidend sind:
Schützen Sie Ihr Sehvermögen durch regelmäßige Kontrollen. Unser erfahrenes Team steht Ihnen für eine umfassende Glaukom-Vorsorge zur Verfügung.
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